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Behandlung

Hilft Ginkgo biloba bei Tinnitus?

Zuletzt aktualisiert am: 24.06.2016 16:06:47

Ein weiterer Behandlungsansatz für Tinnitus kommt aus der Pflanzenheilkunde: Diese setzt die Blätter des Ginkgobaumes zur Behandlung von Ohrgeräuschen ein. Keine andere Heilpflanze wird dafür empfohlen, allein Ginkgo biloba, wie der botanische Name des mächtigen Baumes lautet. Auch in der Weltgeschichte trägt der Ginkgo ein Alleinstellungsmerkmal. Er wuchs schon vor 250 Millionen Jahren, noch vor Beginn der Eiszeit in Europa. Zu dieser Zeit gab es noch Bäume, die weder Laub- noch Nadelbaum waren. Ginkgo biloba ist der einzige Überlebende seiner Art – seine Verwandten müssen mit den Dinosauriern ausgestorben sein.

Das Geheimnis des Ginkgobaumes

Seine botanische Herkunft lässt sich erkennen, wenn man sich seine Blätter einmal genauer anschaut: Zwar verhält sich Ginkgo wie ein Laubbaum und wirft im Herbst seine Blätter ab, diese weisen jedoch ein feines, ungewöhnliches Nadelmuster auf. Ginkgo zählt zu den Koniferen, einer Familie von Nadelbäumen. Ein Ginkgobaum kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Wie kann das sein?

Möglicherweise ist es sein Innenleben. Seine wertvollen Inhaltsstoffe, die ihm ein solch langes Leben ermöglichen. Auch unserer Gesundheit sollen sie helfen: In der modernen Pflanzenmedizin (Phytotherapie) findet Ginkgo Anwendung bei der Behandlung von Demenz, Durchblutungsstörungen, Schwindel – und auch bei Tinnitus. Die Wirkung von Ginkgo biloba bei Tinnitus schreibt man den wirksamen Inhaltsstoffen zu, die man in seinen Blättern gefunden hat: Das sind vor allem Flavonglykoside, Ginkgolide und Bilobalide. Diese Substanzen sollen für seine Heilkräfte verantwortlich sein. 

Die Wirkungen von Ginkgo-biloba-Extrakt

  • verbessert die Leistungsfähigkeit im Gehirn
  • reduziert Schwellungen, sprich Ödeme im Gehirn
  • wirkt antioxidativ
  • fördert die Sauerstoff- und Blutzuckeraufnahme
  • hat regenerierende Effekte auf die Nervenzellen im Gehirn

Seine Wirkung speziell bei Ohrgeräuschen erklärt sich die medizinische Forschung über eine Verbesserung der Durchblutung und der Fließeigenschaften im Innenohr. Die Wände der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren), die das Innenohr und die Haarzellen mit Sauerstoff versorgen, sollen durch Ginkgo biloba besser geschützt werden, da der Extrakt die übermäßige Ansammlung von Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert. Auch die antioxidative Wirkung von Ginkgo könnte den Tinnitus zum Abklingen bringen.

Der Genaue Wirkmechanismus von Ginkgo bei Tinnitus ist aber wissenschaftlich bis dato nicht völlig geklärt. Wer Ginkgo bei akutem oder chronischem Tinnitus anwenden möchte, sollte Ginkgo-biloba-Trockenextrakt verwenden. Die giftigen Ginkgolsäuren der Ginkgoblätter sind in diesen Extrakten bis auf ein Minimum reduziert worden. Erhältlich sind sie als Fertigpräparate in der Apotheke. Die Finger lassen sollte man von Ginkgo als Tee oder als Nahrungsergänzungsmittel. Viele Internetanbieter verkaufen Ginkgo-Präparate und Produkte bei Tinnitus, in denen Methylpyridoxin enthalten sein kann, welches Vitamin B6 im Gehirn blockiert. Auch hier ist Vorsicht geboten.

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Anwendung, Erfolgschancen und Kostenübernahme für Ginkgo bei Tinnitus

Als zugelassenes pflanzliches Arzneimittel bekommt man Ginkgo in Form von Tabletten, Tropfen, Lösungen und Kapseln in der Apotheke. Bei Tinnitus sollte die Dosierung 120 bis 160 mg Trockenextrakt pro Tag betragen, über mindestens 8 Wochen täglich eingenommen.

Wenn man dies beachtet, kann Ginkgo biloba bei Tinnitus nach positiven Erfahrungsberichten und klinischen Studien eine recht gute Wirkung gegen die Ohrgeräusche haben und in der Regel ohne Nebenwirkungen vertragen werden. Die Kosten für Ginkgo-biloba-Trockenextrakt werden von den Krankenkassen leider nur für die Behandlung von Demenz übernommen, nicht für Tinnitus.

Ob bei akuten oder chronischem Ohrgeräuschen: Wichtig ist, dass Tinnitus-Patienten die Behandlung mit der Heilpflanze Ginkgo biloba immer im Rahmen eines mit dem behandelnden Arzt erarbeiteten Gesamtkonzepts durchführen. Dazu gehören u.a. Beratung, Aufklärung, Infusionstherapie, Entspannungsverfahren, Hörtherapie, Geräteanpassung und Psychotherapie zur besseren Tinnitusbewältigung. Mehr zur Heilpflanze Ginkgo biloba und deren medizinische Wirkweise auch bei anderen Kranheitsbildern finden Sie auf unserem großen Heilpflanzenportal DocJones.de.   

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Liebe Leser,
die Inhalte unseres Tinnitus-Ratgebers dienen ausschließlich Ihrer Erstinformation und sollten keinesfalls die Diagnose und Therapie Ihres Haus- oder Facharztes ersetzen. Bitte besprechen Sie jegliche (Selbst-)Medikation mit einem Arzt oder Apotheker.
Ihre Morgana Hack, Ärztin und Autorin