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Tinnitus: Behandlung und Therapieverfahren im Überblick

Gleich beim ersten Auftreten eines akuten Ohrgeräuschs sollten Sie zum HNO-Arzt gehen. Denn ein neu aufgetretener Tinnitus ist noch am besten behandelbar und kann wieder verschwinden. Eine gestresste Managerin wird vielleicht erst die Termine aus ihrem überfüllten Terminkalender wahrnehmen wollen, um sich nach Wochen, wenn das Ohrensausen endgültig nervt, einen Termin beim Arzt geben zu lassen. Das kann Folgen haben.

Denn Tinnitus kann nicht nur durch Stress, sondern durch eine Reihe handfester körperlicher Krankheiten oder einen akuten Hörverlust auftreten, die möglichst rascher Behandlung bedürfen. Tinnitus selbst ist dabei nicht gefährlich für das Gehör, gefährlich ist der Kreislauf, in den man geraten kann und der in eine gestörte Hörverarbeitung mündet. Um diesen chronischen Tinnitus im Gehirn zu vermeiden, sollten Sie also unbedingt rasch einen Arzt aufsuchen.

Behandlung eines akuten Tinnitus nach Ursachen

Um diesen Kreislauf gar nicht erst anzukurbeln, wird der HNO-Arzt bei akutem Tinnitus eine Reihe von Behandlungen einleiten. Wichtig ist die Behandlung der Ursache, d.h.

  • Behandlung der Grundkrankheit bei objektivem Tinnitus.
  • Behandlung einer Grundkrankheit innerer Organe oder Umstellen der Medikamente bei Tinnitus aufgrund von Medikamenten-Nebenwirkungen.
  • Halswirbelsäulenbehandlung mit Manualtherapie und Chiropraktik und zahnärztliche Sanierung wenn Ursache für Tinnitus.
  • Behandlung einer Schalleitungsstörung wie Außen- oder Mittelohrentzündung; Operation bei Otosklerose.
  • Bei Tinnitus durch Innenohrschädigung: Behandlung mit Infusionen oder Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO).
  • Bei Tinnitus aufgrund von Akustikusneurinom, Hirntumor, Durchblutungsstörung im Gehirn muss operiert werden.

Am häufigsten ist der akute subjektive Tinnitus mit Innenohrschädigung und Schwerhörigkeit. Infusionen mit althergebrachten Wirkstoffen, die zur Durchblutungsförderung oder Entzündungshemmung gegeben werden, sind in die Kritik geraten. Neue Behandlungsansätze gibt es mit Wirkstoffen, die derzeit noch erforscht werden. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Neurotransmitter-Antagonisten. Mit der Stammzelltherapie versucht man, geschädigte Haarzellen im Innenohr durch gentechnisch hergestellte Innenohrhaarzellen zu ersetzen. Diese Behandlungsansätze sind allerdings bei weitem noch nicht ausgereift.

Wichtig ist die Behandlung des akuten subjektiven Tinnitus mit Beratung und Aufklärung durch den HNO-Arzt und Entspannungsverfahren. Möglicherweise muss dabei die berufliche und private Situation reflektiert und neu arrangiert werden, um die Erfolgschancen der Tinnitusbehandlung zu verbessern.

Schlafhygiene bei Tinnitus

Tinnitus stresst – vor allem vor dem Einschlafen. Menschen mit akutem Tinnitus sollten vermehrt auf ihre Schlafhygiene achten, damit sich keine Schlafstörung entwickeln kann. Entspannungsverfahren vor dem Einschlafen, ein gesunder Schlafplatz und ausreichend Schlaf helfen. Als pflanzliche Schlafmittel ohne große Nebenwirkungen stehen zum Beispiel Extrakte aus Baldrian, Hopfen und Melisse zur Verfügung.

Gesund leben bei Stress und Tinnitus

Ein gesundes Leben mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, Freizeitausgleich und wenig Alkohol trägt zur Stressreduktion und Bewältigung des akuten Tinnitus bei. Ganz meiden sollten Sie Nikotin, denn Tabakrauchen verstärkt Ohrgeräusche! Ebenfalls meiden sollten Sie die völlige Stille, denn auch der Rückzug in die Einsamkeit kann Tinnitus verstärken. Hören Sie Musik, gehen Sie in die Stadt, genießen Sie das Leben!

Behandlung des chronischen Tinnitus

Je nach Schweregrad muss der chronische Tinnitus behandelt werden. Beim chronischen Tinnitus geht es weniger darum, das Ohrgeräusch zum Verschwinden zu bringen, sondern sich daran zu gewöhnen (Habituation oder Tinnitusbewältigung).

Die Neurootologisch-psychosomatische Tinnitustherapie (NPT) ist ein neues Behandlungsmodell, das die TRT (Tinnitus-Retraining-Therapie) ablöst. Sie kombiniert die verschiedenen Disziplinen besonders gut. HNO-Arzt, Psychotherapeut, Hörgeräteakustiker, Entspannungstherapeut u.a. arbeiten dabei Hand in Hand. Zur Anwendung kommen neben Beratung und Aufklärung ein individuelles Programm aus Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie, Hör- oder Rauschgerätanpassung, Hörtherapie, Verhaltenstherapie und Psychosomatik.

Für Tinnitus-Leidende mit seelischen Krankheiten sind eine längerfristige Psychotherapie und ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Tinnitus-Klinik empfehlenswert.

Spezialisierte Zentren bieten mittlerweile die Transkranielle Magnetstimulation zur Behandlung von chronischem Tinnitus an. Auch neu auf dem Markt sind die CR-Neuromodulation und eine spezielle Form der Musiktherapie.

Alternative Behandlungsmethoden bei Tinnitus

Manchmal bleibt der Erfolg der Behandlung aus. Dann suchen die Betroffenen verzweifelt nach einer Lösung für „ihren“ Tinnitus und wenden sich alternativen Heilverfahren zu. Aus Erfahrungsberichten und teilweise auch aus Studien sind Erfolge in der Behandlung von Tinnitus mit der Heilpflanze Ginkgo biloba, Homöopathie, Akupunktur und TCM bekannt. Andere traditionelle Gesundheitssysteme wie Ayurveda, und Behandlungsmethoden wie Kinesiologie, Osteopathie, Kraniosakraltherapie und klassische Naturheilverfahren werden angeboten. Wichtig ist es, sich vorher gut über die Qualifikation des Anbieters, der Arzt oder Heilpraktiker sein sollte, zu informieren.

Behinderung wegen Tinnitus?

Der chronische Tinnitus wird als Gesundheitsschaden begutachtet. Dabei kann eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) oder ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden.

Selbsthilfegruppen für Tinnitus Betroffene

Im dichten Therapiedschungel rund um das Thema Tinnitus ist der Betroffene oft verwirrt und weiß einfach nicht weiter. Der Austausch und gemeinsame Übungen mit anderen Patienten in Selbsthilfegruppen können gerade jetzt sehr hilfreich sein. Werden Sie ihr eigener Tinnitus-Therapeut und helfen Sie sich und anderen Betroffenen!  

Mehr erfahren: Verfahren zur Tinnitus-Behandlung

Am Anfang steht ausführlicher Ersttermin beim HNO-Arzt, der außer der Diagnostik ein umfassendes Beratungsgespräch beinhaltet, das über die komplexen Zusammenhänge der Hörverarbeitung aufklärt und dem Betroffenen gleich zu Beginn Mut machen und Ängste nehmen soll (direktives Counseling).

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Das Behandlungskonzept des modifizierten Retrainings setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Ziel ist es, das unangenehme Geräusch im Ohr aus dem Bewusstsein des Betroffenen zu verdrängen. Das Counseling beinhaltet eine Aufklärung des Patienten über die Grundlagen und Mechanismen des Tinnitus.

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Im Zustand der Entspannung kann man innere Ruhe und Ausgeglichenheit zurückgewinnen. Wenn sich der Betroffene auf die Anleitung und das Entspannen konzentriert, verlagert sich seine Achtsamkeit auf die körperliche Wahrnehmung, und das Ohrensausen kann leiser empfunden werden. 

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Bei jedem neu auftretenden Tinnitus muss zunächst die Ursache geklärt werden, um die richtige Therapie zu planen. Die Behandlung mit Infusionen ist nur beim Hörsturz und beim akuten subjektiven Tinnitus aufgrund einer Schädigung im Innenohr sinnvoll.

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Die Hörtherapie ist eine der neueren Behandlungsformen, die bei chronischem Tinnitus zum Einsatz kommen. Sie wurde an der Klinik Bad Arolsen entwickelt und kommt bei Tinnitus, Geräuschempfindlichkeit und Hörverlust zum Einsatz. Seitdem wird sie aufgrund der positiven Ergebnisse und guter Akzeptanz der Patienten in vielen Kliniken und Zentren zur Behandlung des chronischen Tinnitus integriert.

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Forscher sind verschiedenen Therapieansätzen auf der Spur, wobei sich die Musiktherapie als besonders vielversprechend erwiesen hat. Sie kann durch den Umbau von Nervenverbindungen im Gehirn das unangenehme Ohrgeräusch bei Tinnitus deutlich reduzieren oder sogar verschwinden lassen. 

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Psychologische Unterstützung hilft dabei, die Wahrnehmung zu schulen und mit den Ohrgeräuschen leben zu lernen und kann ein wichtiger Baustein innerhalb der Tinnitusbehandlung sein.

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Ohrgeräusche treten bei Kindern häufiger auf als vermutet. Neuere und ältere Studien ergeben ähnliche Zahlen: Ein Drittel aller befragten Kinder gaben an, schon mal Ohrensausen zu haben. Ein Viertel der von Tinnitus betroffenen Kinder haben Hörprobleme. Ohrgeräusche können bei Kindern wie auch bei den Erwachsenen ganz unterschiedliche Ursachen haben. 

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In der modernen Pflanzenmedizin (Phytotherapie) findet Ginkgo Anwendung bei der Behandlung von Demenz, Durchblutungsstörungen, Schwindel – und auch bei Tinnitus. Die Wirkung von Ginkgo biloba bei Tinnitus schreibt man den wirksamen Inhaltsstoffen zu, die man in seinen Blättern gefunden hat

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Bei Tinnitus wird der ganze Mensch mithilfe einer Regulierung des Energieflusses positiv beeinflusst, so dass die Selbstheilungskräfte aktiv werden und der Tinnitus möglicherweise verschwindet oder zumindest besser bewältigt werden kann. Die Ohrakupunktur basiert auf der Annahme, dass der ganze Mensch auf der Ohrmuschel abgebildet ist. Wird also das Ohr akupunktiert, behandelt man den ganzen Menschen.

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Ein objektiver Tinnitus hat eine eindeutige Ursache, darum muss die Behandlung entsprechend der auslösenden Krankheit erfolgen. Die Therapie der Ohrgeräusche kann deshalb sehr unterschiedlich aussehen und ist oft risikoreich. Zum Glück sind gerade einmal 0,01 Prozent aller Tinnitus-Patienten vom akuten objektiven Tinnitus betroffen.

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Tinnitus kennt kein Alter. Wenn das Ohr anfängt, Geräusche zu machen, kann der Patient drei oder 93 Jahre alt sein. Doch es ist in jedem Alter eine Belastung, wenn es plötzlich rauscht, pfeift oder zischt – und nicht mehr aufhört.

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Bei Tinnitus stößt die konventionelle Medizin manchmal an ihre Grenzen. Unter der Vielzahl alternativer Behandlungsansätze findet sich auch die Homöopathie. Bei ihr handelt es sich um eine Handlungsmethode, die Ende des 18. Jahrhunderts vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann begründet wurde. 

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