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Reviews


Mob - We All Repeat The Past
Von Haiko Nahm



Blunoise/Tumbleweed
Vö.: 07.04.2006
Homepage
Spielzeit: 50:57
Stil: Melancholic Rock

Laut Info war der gute Guido Lukas auf deren Support-Tour für Blackmail wohl so sehr von mob angetan, dass er wohl unbedingt das nächste Album der vier Dänen auf Bluenoise haben und natürlich auch produzieren wollte. Und wer kann es dem Mann schon verübeln, denn wer mob schon einmal live gesehen hat (Bericht) weiß um die Qualität der Band, herrlicher Melancholie-Rock, voll an ungestümer Schrammelgitarren-Kultur. We All Repeat The Past ist ihr drittes Album, und wenn die alte "make it or break it"-Regel noch gilt sollte das mal geklappt haben. Vorneweg: Ja, die Stimme von Fronter Haaber ist gewöhnungsbedürftig. Irgendwie ein noch hysterischerer Molko, aber es passt einfach wie die Faust aufs Auge wie der Mann sich da durch die Songs leidet.
Leiden ist das Stichwort. Mob leben von der Melancholie, zartbittere Melodien verstecken sich zumeist unter meterhohen Gitarrenwänden, unglaublich dicht und intensiv, immer wieder eingeleitet oder unterbrochen durch ruhigere Momente, die zu keiner Sekunde von weniger intensiver Natur sind. Wo im einen Moment noch dezent leisegetreten wird und zerbrechliche Melodien ertönen, erheben sich im nächsten Moment gewaltige Gitarrenorkane, da wird mit unglaublicher Leidenschaft in die Seiten geschrammelt, allein wie sich das bei As You Pass in die Höhe schraubt, genial. Dabei kommen die Dänen ab und zu schnell auf den Punkt. Pop beginnt sofort straight mit herrlichen Harmonien und gewissem Hitcharakter, Fast Lane To Nothing tönt gemütlich über diesem lässigen Drumbeat dahin. Ein Minor Crash hingegen beginnt ruhig und dezent, voll von schwererer Melancholie, die Spannung wird bis zum letzten Punkt aufgebaut, ehe endlich die Gitarren hereinbrechen. Das können die Jungs gut, wie sich dieses Siren langsam von hinten anschleicht, herrlich. My Everything sprengt dann fast die zehn Minuten Grenze, ein einziges Feuerwerk von ruhigen Momenten und Gitarrenbombast. Den absoluten Volltreffer haben die vier aber mit Favorite Crusade gelandet, jetzt schon einer der geilsten Songs des Jahres. Wuchtiges Schlagzeug und eine zunächst britpoppige Gitarre, die sich dann unaufhaltsam in die Höhe schraubt, Geschrammel ohne Ende und diese gewaltigen Drums, unaufhaltsam bohrt sich dieser Song tief ins Hirn. Das die Geschichte von Lukas einen herrlich krachigen Sound verpasst bekommen hat dürfte klar sein, so müssen Gitarren braten, so muss ein Schlagzeug poltern.
Eine geile Scheibe also, noch ist nicht alles durchgängig genial, aber mob sind ganz nah dran. Absoluter Pflichtkauf für alle die bei melancholischem Breitwandrock feucht werden, herrliches Gitarrengeschrammel Galore.

8,5 /10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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