Magic Kids - Memphis





Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Let It Sway





Poison Arrows - Newfound Resolutions





Beehoover - Concrete Catalyst





Mona De Bo - Nekavejies Sis Ir Speles Ar Tevi





Reviews


Centurions Ghost - A Sign Of Things To Come
Von Thorsten Frahling

Label: I Hate Records
VÖ: 19.09.2005
Homepage
Spielzeit: 34:14

Eine Band aus London, die sich nach einem starken Ale aus Yorkshire benannt hat, präsentiert uns hier ihr Erstlingswerk auf I Hate Records . Was kann man von solch einer Band wohl erwarten? Also, wer auf total versoffenen Metal getippt hätte, mit Mitgröhltexten über Bier und Whisky und so, der liegt hier falsch. Centurions Ghost sind eine Crossover-Band im eigentlichen Sinne. Los geht es direkt mit einem mächtigen Up-Tempo-Stampfriff, das an die guten alten Tage erinnert, wo Thrash, Death, und Black Metal noch eine große, undurchsichtige Masse war, und Acts wie Celtic Frost/Hellhammer, Venom oder Mercyful Fate mit das böseste auf diesem Planeten waren. Sänger James Begley hat zudem eine sehr raue, keifige Stimme. Mal schreit er mehr als dass er singt, mal hat seine Stimme aber auch Melodie. Aggressive Melodie. Mittendrin gibt es ein Break und ein unglaubliches slow-mosh Doomriff. Hier haben wir die zweitgrößte Zutat im Sound der Band. Doom, mal episch wie Candlemass, mal etwas Cathedral-lastiger (was aber auch an der Stimme von James liegt). "Devils Disciple" heißt der Track und auf ihn folgt die Klangollage "Stigmartysm", die klingt, als wäre sie direkt aus einem Horrorfilm geklaut. Es ist aber eine Eigenkomposition, die dich auch genau in die richtige Stimmung für den nächsten fiesen Zermalmer versetzt. "Requiem For The Haunted Heart" ist ein fieser Doomer, langsam, schwer, düster, mit etwas thrashigem Unterton, wie Penance ihn einst hatten, und coolen Gitarrenmelodien! Unweigerlich muss man seinen Kopf bewegen, langsam aber stetig. Und man fühlt sich umschlungen von der düsteren Stimmung. Ein Spoken Word Part in bester early-Manowar-Manier sorgt für das kleine Extra. Und dann? Dann gibbet auf's Maul. Das Tempo wird bei "Empyrean" angezogen, die Stimmung bleibt aber düster. Teilweise erinnert das ganze noch an NWOBHM, dann doch mehr an Proto-Black-Death Metal. Die hintergründigen Keyboards und ein Sample sorgen für zusätzliche Düsterstimmung. Nach der geballten Ladung wird uns erst einmal bei "Suzanna" etwas Ruhe verschafft. Akkustikgitarren spielen auf um uns zu beruhigen, doch was ist das? Verzerrte Gitarren riffen sich langsam, doomig auf uns zu, ziehen uns zurück in das Dunkel, dem wir zu entfliehen hofften. Kirchenglocken und Gewitter, die eigentlichen Standards für Intros zu einem Album, bereiten nun den Weg für einen epischen Düstertrack. Ähnlich wie "Requiem..." kriecht uns "Misery Serenade", einigen eingefleischten Freaks vom Demo eventuell bekannt, in einer neuen Version entgegen! James Gesang ist hier allerdings aggressiver, mehr Black Metal. Das melodische Solo setzt dagegen nahezu kontrapunktierende Akzente. Der Track ist fast schon so eine Art Candlemass mit Keifgesang! Zum Schluss gibt es nochmal 'nen Uptempo Part mit NWOBHM-Einschlag. Sehr geile Nummer! Ein Sample leitet dann auch den Abschlusstrack "The Eighth Deadly Sin" ein. Zuerst etwas schleppend und mit einem wilden Leadgitarrenbreak versehen nimmt der Song etwas Fahrt auf und mutiert zu 'nem ordentlichen Banger mit leicht doomigem Riff und einer weiteren Verbeugung vor der alten Schule des bösen Metal! Ein unglaublich zermalmender Slow Mo-Part mit entrücktem Solo und coolen Soundeffekten schließt den Song ab. Das wars dann leider auch schon mit der gut produzierten Scheibe. Dieses Feuerwerk an Metal ist echt mal richtig geil. Alle Leute, die sowohl was für Candlemass übrig haben (und nachdem ich auffem Wacken mir mal die Menschenmasse da angeschaut habe sind das nicht so wenige) aber auch mal gerne und oft den böseren Spielarten des Metal zugetan sind, sollten diesen Bastard durchaus mögen. Ich liebe diese CD und muss sagen: die Entdeckung für mich dieses Jahr, und ich beiß' mir in den Arsch, dass ich keines von den originalen Demos habe. Dafür können sich aber viele, die jetzt neugierig geworden sind und eventuell ein paar Samples auf der Homepage der Band gezogen haben, oder direkt das Album kaufen ordentlich ärgern, weil sie die Tour der Jungs Anfang Oktober verpasst haben. Und das war ein Erlebnis! Also, nicht lange fackeln, besorgt euch dat Ding, hofft, dass die Jungs bald wieder da sind und gut ist!

9/10



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


Zurück

 

Weitere Artikel über Centurions Ghost:

CD-Review: Centurions Ghost - The Great Work
Interview: Centurions Ghost (13.12.2005)
Festival Review: Doom Shall Rise V (27.-28.04.2007 Göppingen)