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Reviews


Grails - Doomsdayer's Holiday
Von Haiko Nahm



Temporary Residence
Vö.: 10.10.08
Bandpage
Spielzeit: 37:31
Stil: Instrumental/Rock/Psychedelic

Wer es nicht besser weiß dürfte sich in Anbetracht der schnieken Verpackung des neusten Grails-Epos doch gar mit extremen Metal-Gerödel oder okkultem Doom-Gedröhne in Konfrontation sehen. Das ist weder Zufall noch schlechter Geschmack der vier Portlander, denn wie auch ebenso der Titel nahe legt ist Doomsdayer's Holiday ein ganz schön schweres und düsteres Kapitel der Bandhistorie geworden. Das waren sie, wenn auch in etwas anderer, etwas subtilerer Form schon auf ihren Black Tar Prophecies, aber nach den eher wohlklingenden beiden letzten Platten hatte man derartiges wohl nicht auf dem Zettel. Ihr Revier bleibt im Grunde das selbe - mit einem weiten Spektrum an Instrumentalisierung wird herrlich mystischer Sound fabriziert, eine Instrumentalmusik die sich vor Klangfarben kaum retten kann, jederzeit von tollen Inspirationen geleitet ist und niemals Gefahr läuft auch nur irgendwie den inzwischen doch recht vielen instrumentalen Bands, die unterm Strich noch im Rock verwurzelt sind, zu gleichen. Nur treiben sie sich dieses Mal mit gewaltig polterndem Schlagzeug und tiefen, lauten, dröhnenden Gitarren in einen okkulten Nebel hinab, der wohlige Schauer über den Rücken kriechen lässt. Es donnert, es poltert -und doch sind dort diese verzückenden Melodieläufe und diese dynamischen Spielereien die sie nie ins Stumpfe abdriften lassen. Da gehören eher experimentellere Klankollagen über tiefe Sitar-Drones ebenso zum Programm wie plötzliche Melodien von quakenden Lauten wie frisch aus dem Orient vorgetragen. Da gibt es ein gespenstisches Immediate Mate ebenso wie ein The Natural Man, das mit Flötentönen doch zumindest für ein wenig Wärme sorgt. Gänzlich in den Staub fallen möchte man dann schlussendlich spätestens bei diesem Acid Rain, das sich wie ein plötzlicher Befreiungsschlag der dunklen Töne befreit und mit wohlig warmen Gitarrenmelodien die dunkle Wolkendecke mit einem Handstreich verpuffen lässt - und ganz nebenbei nicht offensichtlicher Pink Floyd huldigen könnte. Eine einzigartige Band unserer Zeit für die es offenbar keinerlei Grenzen zu geben scheint.

9 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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