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Stickman
Vö.: 16.05.2006
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Spielzeit: 39.32 Minuten
Genre: Ach, hör doch auf
Cache, so lehrt uns der Promotext, ist Französisch und bedeutet im Deutschen dahinterliegend, versteckt. Sicherlich ein passendes Adjektiv im Kontext einer Band wie Monochrome, die nie darauf bedacht war, sich in den Vordergrund zu spielen. Mit der aus der Punk und Hardcoresozialisation erwachsenen Verweigerungshaltung, die sich in distanziertem Auftreten und dem Nichtbedienen gängiger Marktmechanismen äußert, ihren minimalistischen Artworks und den intellektuell verklärten Infotexten, haben sie sich bestimmt nicht den einfachsten Weg ausgesucht. Doch die deutsch-schweizerische Band beschreitet diesen Weg mit einer beachtlichen Konsequenz. Daran hat sich auf auch auf der mittlerweile vierten Platte wenig geändert. Sie feilt weiter an ihrer eigenen Idee von gitarrenlastiger Rockmusik, die sich nur schwerlich mit einer einzelnen Genrebezeichung verorten lässt. Auch wenn man sich diesmal, wie der Titel bereits andeutet, im Vergleich zum Vorgänger Eclat etwas zurück nimmt und dabei das musikalische Koordinatensystem ein wenig stärker in Richtung Pop verschiebt, hat sich am Anliegen der Band nichts geändert. Es sind Versatzstücke aus Postpunk, Hardcore, Indiepop und New Wave, die hier zu einem stimmigen Ganzen verbunden werden. Auch die Freude am Experiment ist ihnen geblieben, hinter Les Pantalons Heavy Metal verbirgt sich beispielsweise ein verträumtes Stück mit jazzigem Blässersatz.Die Wut bündelt sich nun seltener in Ausbrüchen als vielmehr in unprätentiöser Detailverliebtheit, auch wenn Stücke wie Knack gekonnt die alten Stärken ausspielen. Und doch: Sänger Marc Calmbach schreit weniger, wohingegen sich Neuzugang Kate Complikate von ihrer Vorgängerin gesanglich nur wenig unterscheidet. Auch musikalisch wirkt die Band melodiefixierter den je. Trotzdem bedarf einer gewissen Einarbeitungszeit, denn auch wenn Monochrome auf Cache nicht an Qualität verlieren, so laufen sie doch Gefahr durch das Schleifen von Kanten vorschnell übergangen zu werden. Das wäre schade. Schließlich haben wir es hier mit einer stimmigen und eigenständigen Platte zu tun, die Aufmerksamkeit braucht und verdient.
8/10
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