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Label: Exile On Mainstream Records
VÖ: 23.04.2008
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Spielzeit: 51:30
Oha, was ist denn in mein schwäbisches Lieblingsduo gefahren, frag ich mich schon bei den ersten Takten vom Opener "Solitude in Bloom". Soviel Zerre und Aggression? Das war ich gar nicht so gewohnt, oder? Neeeee, "Heavy Zoo" kommt wirklich härter rüber als der Vorgänger "The Sun Behind The Dustbin", aber dafür sind die Songs interessanterweise auch ein wenig eingängiger. Manche Parts sind mehr Metal als früher. "Heavy Zoo" zum Beispiel hat schon leicht modern thrashige Momente und bietet schönen Headbangstoff. Ein bisschen was Hektisches an Riffing gibt es natürlich auch überall verteilt. Generell scheint auch das Durchschnittstempo auf dem neuen Album höher zu sein und Ingmar schreit öfter mal rum als früher. Aber auch wenn Beehoover sich wie bei ihren Veröffentlichungen zuvor wieder ein wenig gewandelt haben, so gibt es immer noch Momente, die man erwartet hätte. Bei "Pain Power" zum Beispiel klingt der Bass von Ingmar auch endlich mal wieder etwas mehr nach Bass, es geht psychedelischer und doomig-grooviger zu. Und auch eine minimalistische Keyboardmelodie hat sich in den Song eingeschlichen. Etwas Humor muss natürlich auch sein. So geschehen bei "Irön Horse", wo man vordergründig eine 8bit Nintendo Melodie hört, so als würden die Jungs gerade was zocken, während sich die beiden im Hintergrund mal mächtig die Meinung geigen. Generell sind Beehoover halt schwer in Schubladen zu stecken. Nehmen wir mal "Esophagus Overdrive" als gutes Beispiel dafür. Der Song beginnt fix, metallisch, schlägt um in Rock, hat noisige Parts und endet mit einem mächtigen Doomgroove. Beehoover spielen halt in ihrer eigenen Liga und erinnern nur mit Songteilen mal an andere Bands. Da erinnert mich hier mal ein Part an Unorthododx und da einer an die Labelkollegen von End Of Level Boss. Aber als Ganzes sind Beehoover einfach nur Beehoover. "Spirit and Crown" ist der Psychedelic/Doom Song des Albums und mit "My Funeral Procession" hat auch wieder ein Song den Weg aufs Album gefunden, der eher Erinnerungen an Singer/Songwriter weckt. Nur Akustik-Gitarre und Gesang halt und recht kurz. "I Desert" beginnt dann beginnt mit ambientmässigen, flächigen Sounds und Effekten und Drums um dann völlig unerwartet in einen derben Rocksong umzuschlagen. Auch "Dance Like A Volcano" rockt teilweise mächtig zerrig, teils gibt man dem etwas natürlicheren Basssound Raum. Beim monumentalen Abschlusswerk "Stanislav Petrov" gibt es dann auch noch mal so richtig was vor den Latz geknallt. Garniert mit ein paar lärmigen Effekten und Sounds.
Wer Beehoover vorher mochte sollte sowieso kein Problem mit der Weiterentwicklung haben, aber diejenigen, die "The Sun Behind The Dustbin" nicht so mochten, sollten trotzdem mal ein Ohr riskieren. Kann ja gut sein, dass diese Scheibe mehr eurem Geschmack entspricht. Ich persönlich finde "Heavy Zooo" ziemlich geil. So geil, dass mir auch schon mal in aller Öffentlichkeit ein "Out of my mouth smoke is rising" entfahren ist. Vielleicht sollte ich die Scheibe langsam echt mal aus meiner mp3-Player Dauerrotation nehmen.
9/10
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