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Reviews


Pantaleimon - Mercy Oceans
Von Lennart Thiem



Durtro Jnana (Cargo Records)
Vö: 30. November 2007
Bandpage
Spielzeit: 44:33
Stil: Folk/Psychedelik

Mercy Oceans ist ein ruhiges Album, ein wirklich ruhiges Album. Falls jemandem Isobel Campells Milk White Sheets zu überladen vorkam, hier findet er oder sie Erholung.
Gäbe es ein Geräusch, wenn die Sonne auf eine von Schnee bedeckte Waldlichtung trifft, es würde wie diese Platte klingen, ruhig, weich und ohne Spuren. Gesang, Appalachian Dulcimer (eine Art Zither) und Gitarre dominieren die 10 Lieder in einer unaufdringlichen, bescheidenen Art, kaum sind weitere Instrumente wie Mundharmonika, Piano und Cello (dieses unter anderem gespielt von der bereits erwähnten Isobel Campbell, die auch etwas Backgroundgesang beisteuerte) zu hören, kaum entwickelt sich Dynamik, da Schlagzeug oder andere Percussioninstrumente schlichtweg nicht vorkommen. Meditativ ist diese Platte, was die Hörbarkeit zwar einschränken kann, jedoch verliert sie sich nicht im Belanglosen, da man von allzu Sphärischem verschont bleibt, die Songs sich nicht in Soundkathedralen verlieren und klar strukturiert sind. Da ist es auch nicht kitschig, wenn von versunkenen Schätzen, Sonne, Sternen, Vögel und der Liebe gesungen wird. Was letztere anbelangt, findet sich in Storm and Thunder ein großartiges Stück schlichter Poesie.
Dieses Album macht es dem Hörer aber auch nicht zu leicht. Um es zu erfassen, sollte man es sich etwas konzentrierter und mit Muse anhören, vielleicht während eines winterlichen Spaziergangs.
Dass dies nicht den Hörgewohnheiten aller entspricht, scheint Andria Degens, die die Stücke schreibt, singt sowie spielt (Gitarre und anderes) nicht zu stören, auch zeugt die Veröffentlichung des zweiten Albums acht Jahre nach dem Debüt Trees hold time nicht unbedingt von übermäßigem Ehrgeiz. Geschätzt wird sie allerdings bereits von illustren und achtenswerten Bands und Künstlern wie Bonnie Prince Billy, Matt Sweeny, Dirty Three, 16 Horsepower und Antony and the Johnsons, mit denen sie bereits zusammenarbeitete und tourte.
Bei Pantaleimon handelt es sich ebenso um einen Heiligen wie um einen Dämon aus Pullmans His Dark Materials. Nun wird der Heilige gewiß nicht so populär sein wie die Romangestalt, wurde der erste Teil der Trilogie Pullmans doch gerade erst verfilmt. Der Name also sollte geläufig sein.
Gut für diese Platte, die durchaus mehr Beachtung verdient hätte.

8 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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