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Reviews


Kongh - Counting Heartbeats
Von Marcel Hass




Trust No One Records
Vö.: 31.08.2007
Bandpage
Spielzeit: 64:44

Was geht da oben bloß in Schweden ab? Deathmetal, Hardcore, Arschrock oder eben doomigen Post-Metal-Core. Das Rad erfinden die Nordlichter meistens nicht neu, bringen aber regelmäßig hervorragende Bands ans Tageslicht, die mit ihrer Intensität und Kompromisslosigkeit, große Spuren hinterlassen, (Beispiel Breach, Cult of Luna oder Switchblade). Mit Ihrem Debütalbum "Counting Heartbeats" könnten Kongh ebenfalls in Zukunft dazu gezählt werden.
5 Monstersongs, keiner unter elf Minuten Spielplatz, ohne ins epische auszubrechen, zwischen erdrückender Heavyness und Gänsehautmomenten, hohen Soundtürmen und psychedelischen Abgründen. Das Ganze mit einem klaren, fast schon kargen Gitarren-/ Bass-/ Schlagzeug-Sound, der an Tiefe und Schwere kaum Wünsche offen lässt. Beim Opener "Pushed Beyond", bei dem man am Beginn noch fast an Funeral Doom denken könnte, schlägt dann einen Hake bzw. Riff und man findet sich mitten im fetten Sludgerock wieder. Vom kühlen Minimalismus zum Uptempo mit wunderbaren Slide-Gitarren-Solo. Das schafft nicht jeder so überzeugend. Der Titelsong selbst ist ein zähes Biest, das sich anfühlt wie ein Sprung in den Ozean bei völliger Finsternis: Ein tiefes, erschütterndes Eintauchen, dann das Kräfte und Nerven zehrende Kämpfen, bis man sich der Übermacht ergibt und sich treiben lässt. Die Vocals passen sich dem Soundbild ebenfalls perfekt an, schmerzhaft und energisch, ohne übertrieben hasserfüllt oder allzu unmenschlich zu klingen. "Megaprimatus" zeigt ebenfalls deutlich, was diese Platte zu so einem besonderen Vergnügen macht, da braut sich ein Gewitter über ewige Minuten zusammen, erzeugt immer wieder Melodienbögen, nur um die Spannung weiter aufzubauen und haut dann mit der riesigen Gorillapranke voll auf die Ohren, so dass man den anschließenden Feedback-Noise förmlich vorbeifliegen sehen kann.
"Counting Heartbeats" hat eigentlich alles im Gepäck, was man sich von einer Extrem-Doom-Platte wünschen kann: Dichte Atmosphäre, kriechenden Tiefton-Dronerei und ein groovigen Sludge-Rocksound, der erstaunlich frisch und klar daherkommt. Ein besonderes Debüt ! Aber die Schweden kriegen sowas wohl mit in die Ikea-Wiege gelegt.

8,5/10



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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