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Reviews


Axolotl - Memory Theatre
Von Haiko Nahm



Important Records
März 2007 (US)
Künstlerseite
Spielzeit: 58:05
Stil: Drone/Ambient/Noise

Axolotl ist das Pseudonym von Karl Bauer aus dem sonnigen Kalifornien, der schon länger viel experimentelle Musik im Bereich Drone, Noise und Ambient veröffentlicht. Der gute Mann ist klassisch ausgebildeter Violinist - davon ist hier nicht mehr viel zu hören. Nachdem er eine ganze Zeit mit verschiedenen Künstlern der Szene zusammengearbeitet hatte gab es eine schier unermessliche Veröffentlichungswut unter dem neuen Banner, und Memory Theatre fasst ein paar Highlights der völlig vergriffenen Vinyl und Cdr Sachen der letzten Jahre zusammen. Ganz der experimentellen Klangkunst hingegeben verarbeitet er viel Elektronik, ein wenig Stimme, auch mal Percussions auch selbstverständlich auch seine Violine zu wabernden, pulsierenden Drone Landschaften, die auf der einen Seite gerne mal ins Ambientöse driften, auf der anderen aber auch in für ungeübte Ohren eher anstrengende Noise Gefilde scheppern.
Chemical Theatre empfängt den geneigten Hörer mit pulsierendem Noise-Drone Geschwader, durchzogen von hinterschwelligen Harmonien und Wohlklängen, die nur so auf ihre Erforschung hoffen. Dichter und organischer Sound und wirklich musikalische Substanz - ein immer wieder schmaler Grad in diesem Genre, und dem guten Karl gelingt leider nicht durchgängig ein so hohes Niveau wie bei vielen seiner Tracks. So kommt es hier und da auch schon zu eher überflüssigen Längen, insbesondere Illiaster zieht überlang einen noisigen Drone durch ohne auch nur einen Ansatz von Variation - das mag zwar irgendwie im Grunde die genaue Definition von Drone sein, aber es gehört halt eigentlich ein wenig mehr dazu, das Pulsierende, die Schwingungen, das Lebendige. Wie Oranur zum Beispiel. Kratzige Sounds, hintergründiges Psychedelic Gewabber, lang gezogene Vocal-Loops - hypnotisierend as fuck. Oder Lake Garden, ein ewiges Surren, Zischen und Pochen, ein dröhnendes Auf Und Ab. Kingdom Of Ends hat polternde Percussions und eine kaum entfremdete Violine, und mächtiger Noise. Bions zieht mit einem pulsierenden Signalton in den Raum, ein entferntes Schwirren zaubert schöne Harmonien hinterher. Forclusion hingegen ist zwar schön, aber zieht sich dennoch zu lange ohne Variation dahin.
Karl Bauer weiß eindeutig was er da tut, und viele seiner Arbeiten sind wirklich gelungen, tolle Klankunst im Bereich Drone, ein toller Spagat zwischen Ambient und Noise, leider noch nicht ganz mit durchgängigem Niveau.

7 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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