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Reviews


Grails - Black Tar Prophecies
Von Haiko Nahm



Important Records
Vö.: 2006 (US)
Bandpage
Spielzeit: 45:37
Stil: Dark Chamber Music

Was ist nur mit den Jungs von Grails passiert? Wenn man sich die Black Tar Prophecies so zu Gemühte führt sollte man meinen, sie seinen einem schwarzen, dunklem Kult verfallen. Ihre Musik war zwar schon immer von einer gewissen Mystik durchzogen, doch nie war diese so tief und so dunkel wie auf diesem Album. Ja, Album. Die meisten der Songs waren zwar schon auf limitiertem Vinyl zu finden, doch das Ganze wirkt schon sehr homogen wie ein ganzes und wurde auch so aufgenommen.
Grails machen Musik die sich völlig jeglicher Schublade verweigert. Postrock? Mitnichten. Das hier ist viel mehr. Instrumental ja, aber von einer Intensität und Spannung die nur sehr wenige erreichen. Und dabei wie gesagt so düster und mystisch wie nie zuvor, wie ein wilder Trip durch die Schattenwelten. Unheimlich dichte Instrumentarisierung und ein geniales Gefühl für Sound, schon Back To The Monastery jagt eisige Schauer über den Rücken. Düstere Klänge, eine Akustik schwirrt herein, und dann diese Drums mit ihrem unglaublich natürlichen Sound, sie tauchen eher selten auf, aber dann immer umso wuchtiger. Eine hypnotische E-Gitarre schwirrt dazu, eine Flöte erklingt, das ist Musik zum Atmen. Grails verstehen das Spiel mit der Dynamik, vieles bewegt sich auf schweren, düsteren Pfaden, wummernder Bass, dunkle Synthies, und immer wieder diese Genialitäten. Da dröhnt bei Belgian Wake-Up Drill plötzlich eine dronige, schwere E-Gitarre zu mächtig polternden Drums, Stray Dog ein einziges Akustik-Inferno, hier kommt eine Bouzouki zum Einsatz, ein Smoky Room reißt in die Tiefe mit seiner unglaublich traurigen Atmosphäre. Grails machen Stimmungsmusik, und diese Platte ist sicher nicht für schöne Sommertage konzipiert. Erosion Blues, ein knarzen wie von Platte, diese akustische Gitarre, und unfassbar wehklagende Laute. Ein plötzliches More Erosion schiebt sich dazwischen, plötzlich schwingt es ein wenig, Dark-Jazz mit lässigem Drumming, Piano und Saxophone. Black Tar Prophecy zum Ende noch mal in schwärzester Pracht, dunkle Sounds und eine Folk-Gitarre erster Gefühlsklasse.
Black Tar Prophecies, eine schwermütige, dunkle Platte der Instrumentalkünstler, ein Begleiter für die weniger fröhlichen Stunden, eine unheimlich dichte Klangwelt einer Ausnahme-Gruppierung. Taucht ein.

9 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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