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Beehoover, die Band mit dem merkwürdigen Namen hat sich ja nicht nur mit dem aktuellen Album "Sun Behind The Dustbin", sondern auch mit der kürzlich absolvierten Tour mit The Hidden Hand und Stinking Lizavetta in die Herzen der Heavy Rock Fans spielen können. Drummer Claus-Peter war nett genug uns einen kleinen Einblick in die Beehoover Welt zu geben!
Hallo Claus. Könntest du erstmal dem unwissenden Leser einen kurzen Abriss der Geschichte und des Konzepts von Beehoover darlegen? Vor allem die Idee hinter der Arbeit als Duo mit dem Bass als Melodieinstrument ist ja nicht ganz alltäglich.
Getroffen haben wir uns ca. 2001 und gemerkt, dass wir ähnliche musikalische Vorstellungen haben. Eigentlich wollten wir eine normale Rockband gründen und den Bass dabei als führendes Melodieinstrument einsetzen. Als sich aber kein Gitarrist fand, haben wir ein 2004 erstes Demo mit einem Sänger aufgenommen. Und schließlich haben wir uns auch noch von dem getrennt und 2005 A "Mirror is a Window's End" zu zweit gemacht. 2005 hatten wir auch unser erstes Konzert, ein paar Konzerte 2006 und dann schließlich den Deal mit Exile on Mainstream Records. Dieses Jahr haben wir bereits die Tour mit Hidden Hand und Stinking Lizavete hinter uns, planen an weiteren Konzerten und schreiben in der Zwischenzeit Songs für das neue Album.

Ich frag mich gerade ob euch so Fragen nach dem "Duo mit Bass" eigentlich schon nerven.
Nein, das nervt nicht. Unsere Bandkonstellation sorgt natürlich erstmal für Aufsehen, für uns ist es aber halt nichts Besonderes mehr. Natürlich wollen wir aber, dass die Leute primär unsere Musik mögen. Wenn unsere Liveperformance dabei hilft, dass es den Zuhörern gefällt und die Leute erstaunt sind, was man mit zwei Instrumenten hinbekommt, dann ist das aber auch nur gut.
"Sun Behind The Dustbin" ist ja jetzt schon ein paar Monate auf dem Markt! Wie waren denn die Reaktionen bis jetzt? Ich hab bis jetzt nämlich noch nichts wirklich Negatives gehört oder gelesen!
Die Reaktionen könnten für uns im Prinzip besser nicht sein. Am meisten freuen wir uns natürlich über Kritiken, die sagen, die Scheibe wäre ein Original oder was Neues.
Euch zu kategorisieren fiel Leuten schon immer schwer. Mit dem Album habt ihr aber noch mal eine Schippe mehr Vielfalt draufgepackt. Nun fallen Genrebezeichnungen wie Doom Jazz, Progressive oder Krautrock! Geht euch das auf den Keks, oder findet ihr das lustig?
Wir finden das eher interessant. Die Musik kommt halt so raus, wie sie rauskommt, wir haben keine Stilrichtung geplant. Wenn das dann mit den genannten Stilrichtungen verbunden wird, gut. Jazzig verstehen wir uns aber selbst eigentlich gar nicht, das, was wir machen, hat einen ganz anderen Ansatz.
Ihr hab ja schon auf dem Doom Shall Rise gespielt, seht ihr euch der Szene evtl. zugehöriger als zu anderen Szenen?
Ja. Obwohl wir von uns nicht sagen würden, dass wir eine Doom Kapelle sind, finden wir doch die Bands der Szene sympathisch. Gerade das Doom Shall Rise ist ein sehr nettes Festival mit sehr netten Leuten. Die Doomszene ist halt sehr freundlich und hat, anders als Szenen anderer harter Musik, keine agressive Ausstrahlung.
Das Album hat ja schon so einige Twists und Wendungen. Vor allem die beiden Akustik-Gitarren Tracks haben mich dann doch überrascht! Wie kam es dazu, dass ihr euch dann doch entschieden habt, ne Gitarre auf das Album zu packen?
Die Songs bieten eine schöne Abwechslung, fügen sich gut in das Album ein und halten es interessant. Dass Ingmar da eine Gitarre und keinen Bass benutzt, das spielt doch keine Rolle.
Ihr habt ja was dafür übrig nicht immer unbedingt nen stumpfen 4/4tel Rock Groove herunterzuleiern. Da wird euch auch gerne mal unterstellt, ihr würdet kopflastige Musik fabrizieren. Wie ist das wirklich?
Wie gesagt, die Musik kommt so, wie sie kommt. Wir erzwingen nichts, das funktioniert sowieso nicht.
Wir beide spielen so songdienlich, wie wir können. Die Songs stehen im Vordergrund und entstehen meistens durchs Jammen. Nur weil man einen krummen Groove spielt, ist das noch lange nicht kopflastig. Wir versuchen, jeden Song aus der Perspektive des Zuhörers zu hören und dem Song das zu geben, was er braucht. Wenn das ein krummer Groove ist, bitteschön, wenn nicht, auch gut.
Worum geht es textlich bei euch so! Mir ermangelt es an einem Textblatt und ich versteh den guten Ingmar sowohl rein akustisch als auch inhaltlich nicht immer, muss ich gestehen.
Meist um Situationen und deren Auswirkungen. Z.B. "Paraffin Oiler". Wie fühlt sich wohl jemand, der einsam auf einem Leuchtturm wohnt? Was denkt er? Manchmal geht es auch um sehr konkrete Dinge, wie z.B. bei "Hospice Inn". Und manchmal auch um achtköpfige Drachen.
Inzwischen werden wir immer öfters nach Texten gefragt, wir werden sie deshalb in nächster Zeit auf unsrer Homepage nachliefern.
Wer von euch mag den Charlie Brown nicht?
Der Song besteht aus Zitaten, die auf Zippo-Feuerzeugen von Soldaten in Vietnam geritzt wurden. Charly Brown steht dabei für das eigene Land der Soldaten.
Mit "Parafin Oiler" und "The Hospice Inn" habt ihr ja meine beiden Favoriten vom ersten Demo noch mal aufgenommen. Hattet ihr zu wenig aktuelles Material?
Wenn Du die Stücke mit den alten Versionen vergleichst, wirst Du merken, dass außer den Texten nichts gleich ist. Insofern sind das komplett andere Stücke, die Texte haben uns aber gefallen und wir dachten, es wäre lohnenswert, sie dem Publikum nochmal unter die Nase zu reiben.
Wie lange macht ihr Jungs denn schon Musik? Ihr seid ja nicht gerade die schlechtesten Musiker. Vor allem Ingmars Basstil ist ja unglaublich! Wie lange spielt der Mann schon so ein Brett?
Danke. Claus spielt Schlagzeug seit ca. 14 Jahren und Ingmar Bass seit ca.16 Jahren.
Gab es vor Beehoover von euch schon andere nennenswerte musikalische Projekte?
Wir haben beide vorher in Bands gespielt, Ingmar in Husum, Claus in Franken und in Stuttgart.
Wenn ich mich nicht irre habt ihr Anfang des Jahres eine Abstecher nach England gewagt! Wie haben euch die Inselbewohner denn aufgenommen?
Durchgehend positiv. Wir wurden von der Ankunft bis zur Abreise sehr nett betreut, Elena von End Of Level Boss bzw. Exile On Mainstream England und die Leute von Ninehertz waren wirklich ganz große Gastgeber. Das Publikum war sowohl in Sheffield als auch in London offen und die Reaktionen gut. Wir haben auch einen ganz großen Fan gewonnen, der ein Video zu "Yellow Mile" gedreht und auf YouTube gestellt hat. Bitte ankucken!
Ende April und Anfang Mai ward ihr ja mit Stinking Lizavetta und The Hidden Hand auf Europa Tour. Die Reaktionen in Dortmund waren ja durchaus wohlwollend. Seid ihr überall so gut angekommen?
Eigentlich schon. Es gab zumindest allerorten Komplimente und Schlechtes haben wir wirklich nirgends gehört.
Und ich hoffe mal, ihr habt nicht immer nur vor so einem kleinen, wenn auch feinen, Publikum gespielt.
Das ist halt das Los der Vorgruppe. Wenn man um halb neun anfängt, sind naturgemäß noch nicht so viele Leute da. Aber wir waren froh, eine solche Tour unter solchen Bedingungen überhaupt spielen zu können. Vielen Dank an unser Label!
Gab es irgendwelche besonders absurden Tourgeschichten, die es verdient haben, hier an die große Glocke gehangen zu werden?
Svend hat unsren Bus in glühender Hitze von Wien nach München gefahren und wir standen dabei stundenlang im Stau. Endlich in München angekommen, war er dann ziemlich ausgehungert und als er auf die Brownies hingewiesen wurde, die jemand gebacken hatte, hat er sich gleich draufgestürzt, ohne zu wissen, dass da was drinne war...ist aber nichts passiert.
Auf Tour habt ihr ja den neuen Song Dancing Like a Volcano vorgestellt. Der ist ja durchaus wieder etwas düsterer geraten. Ist er repräsentativ, soweit man das bei euch überhaupt sein kann, für das neue Material?
Das ist astreine Tanzmucke! Außerdem heißt er Dance Like a Volcano und nicht Dancing...aber egal. Ob er repräsentativ für das neue Material ist, kann man erst sagen, wenn alle neuen Songs geschrieben sind. Aber wir denken, der Song geht weiter in die Richtung, in die wir gehen wollen.
Ihr beiden betätigt euch ja noch nebenbei als Rythmussektion von Voodooshock und Meister Gröbel spricht von euch ja nur in den höchsten Tönen! Wie läuft denn Voodooshock aus eurer Sicht?
Leider ist es nicht möglich, mit Voodooshock mehr als ein paar Konzerte im Jahr zu spielen. Andererseits lässt uns das mehr Freiheiten für Beehoover. Ansonsten ist das eine super Kapelle, die starke Rocksongs am Start hat.
Stimmt es, das ihr nicht eine einzige Black Sabbath Scheibe besessen habt, bevor Uwe euch rekrutiert hat? Irgendwer hat mir das mal erzählt, und das fand ich irgendwie merkwürdig!
Claus' Freundin hat eine...aber wir kennen uns im klassischen Doom Rock Bereich wirklich überhaupt nicht aus, das stimmt.
Danke für das Interview!
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