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Noetics & Captain Obvious

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Rock This Town



Festivalberichte

DOOM SHALL RISE IV
31.3. und 1.4.06 in der Chapel in Göppingen

Von Thorsten Frahling



Das Doom Festtival ging in die vierte Runde und große Namen hatten sich angesagt!



Argh! Doom Shall Rise Festival und ich muss ganz alleine hin! Was heißt "ganz alleine"? Natürlich hatte ich ne Menge Freunde im Schlepptau allerdings keinen weiteren Redakteur. Und da ich a) nicht jede Band kannte/mochte und b) gerne auch Zeit mit Freunden verbringen wollte, die ich sonst selten sehe, kommt es wie es kommen muss. Einige Bands sind etwas ins Hintertreffen geraten. Ich hoffe ihr seid mir über einen nicht immer ganz vollständigen (besser als übervollständige Reviews, die Dinge gesehen haben die nie passiert sind) nicht zu böse! Auch war ich nicht in der Lage anständige Photos mit der geliehenen Kamera zu schießen und hoffe, ihr kommt auch ohne schlechte Schnappschüsse aus!

Gottverdammte Autobahn. Natürlich haben wir Staus mitgemacht und ne Abfahrt verpasst so dass wir viel zu spät am Hotel ankamen. Meine Befürchtungen die erste Band zu verpassen steigerten sich, als es noch einige Zeit dauerte bis der Rest unseres Trupps auftauchte. Auch Stau. Tja, Low Man's Tune würden wir wohl verpassen. Mist. Na dann noch schnell ne Runde chillen, Taxi gerufen und ab zum Ort des Geschehens. Noch nicht mal wirklich angekommen traf ich wie üblich auf nen Haufen Bekannte, hetzte aber lieber erstmal fix in die heiligen Hallen, besorgte mir ein Bändchen bei den liebreizenden Damen am Empfang (schönen Gruß an Steffi und Nadine) und stellte verwundert fest: Musik vom Band und ne Band soundcheckt! Wurde der Anfang etwa verschoben? Nein. Low Man's Tune waren einfach nicht aufgetaucht. Später stellte sich heraus das deren Basser sich eine Lungenentzündung eingefangen hatte und die Band die Veranstallter nicht mehr rechtzeitig erreichen konnte!

So war es kurz darauf an der Zeit für IRON HEARSE den Reigen bunten Dooms zu eröffnen. Auf das englische Trio hatte ich richtig Bock, denn die letzten drei Demos der Band waren mir sehr gut reingelaufen! Entweder sahen es viele Leute ähnlich oder die Musik gefiel nem Großteil des bereits angereisten Publikums so gut, dass es immer voller wurde! Also nix wie in die erste Reihe. Ein Zaun? Merkwürdig! Naja gab immerhin nen Fotograben so und wenn ich bedenke was bei Count Raven auf dem DSR II abging, war es irgendwie nachvollziehbar! Iron Hearse jedenfalls boten relativ routiniert ihren doomigen Rock dar, der wie eine Mischung aus Motörhead, Cathedral und ner gehörigen Portion The Obsessed/Spirit Caravan daherkam. Musikalisch durchaus ansprechend. Allerdings passierte auf der Bühne mal unwesentlich mehr als nix. Drummer sind ja vom Vorwurf der Bewegungsarmut generell ausgeschlossen aber die Saitenfraktion bewegte sich kaum nen Millimeter vom Fleck. Schade! Immerhin spielte man Stücken von den Demos, besonderes Augenmerk lag mit drei Tracks auf dem aktuellen Ding "Peddle The Metal" und auch der vereinzelte Ruf nach Ruinen wurde erhört und man beschloss das Set mit "Ruins Of Doom"! Danke Jungs!

AHAB kamen als nächstes und waren ziemlich alleine angetreten um den Death/Funeral Doom auf dem diesjährigen Billing zu vertreten. Das is ja irgendwie noch nie meine Baustelle gewesen und so nutzte ich die Zeit doch partiell um mit einigen alten und neuen Bekannten zu quatschen ohne die Band wirklich aus den Ohren zu lassen. Vor der Bühne gingen auch ne Menge Leute echt steil und die Band hat auch echt einige richtig gute Riffs und Melodien am Start die mich aufhorchen ließen. Allerdings kann ich nicht sehr viel mehr dazu sagen!

Was dann kam war nahezu unglaublich. DANTESCO aus Puerto Rico waren anscheinend nicht angereist um mal eben irgendwie auch mal zu spielen. Die Jungs kamen komplett in Priester und Mönchsgewandung auf die Bühne und präsentierten eine mitreißende Mischung aus Power Metal und Epic Doom. Eingien Leuten war der Kram natürlich wieder nicht düster genug und die Stimme von Fronter Enrico zu eunuchig oder wat. Der Junge ist ein unglaublicher Metalfronter mit nem geilen Organ, aber ich kann Leute verstehen die seine Art des klassischen Gesangs nicht so sehr mochten. Allerdings war ein Großteil des Publikums schwerstens begeistert, die Haare flogen nur so durch die Gegend, bei Mitklatschspielen und Publikumschoralen hatte es Enrico nicht sonderlich schwer die Metalheads zu animieren. Hab ich schon erwähnt, dass die Enrico ausschließlich auf Spanish singt? Is ja auch nicht mehr so neu, haben andere auch schon gemacht, gab aber noch ne Portion Exotenbonus extra und Songs wie "Dantesco" oder "La Tempestad" waren echte Hammer! Ausserdem soll ich hier noch erwähnen, das mein Kumpel Tobi die supertoll fand und sich ne CD gekauft hat!

DAWN OF WINTER. Heiliger Herr Jesus, die Jungs treten doch nie auf. Das letzte Mal meines Wissens nach auf dem DSR I! Ich hab ja irgendwie ein Faible für diese nicht ganz unumstrittene Band mit Sacred Steel Sänger Gerrit Mutz. Alleine der Einstieg mit "Titus Vanis" von der "Slow Is The Suffering" EP passte wie die Faust aufs Auge, besteht der Text doch auch einem Großteil Songtiteln der ewigen Doom Meister Saint Vitus. Basser Bolle Schmalzried stand enthusiasisch herum und bediente sein Instrument mit einer stoischen Ruhe, Drummer Dennis prügelte sich im gemütlichen Tempo durchs Set, Gitarrist Jörg konzentrierte sich auch mehr aus Spiel und weniger auf Action auf der Bühne und so blieb es an Gerrit, etwas Show zu bieten. Der war gut bei Stimme und wohl bestens aufgelegt, immerhin wurden bei einigen Ansagen doch recht harsche Worte gesprochen und auch sein Gehabe gegenüber der Stagecrew war nicht sonderlich nett! Allerdings war das Set der Band übergeil und Gerrits pathetisch-theatrailsche Performance war schön anzusehen und -hören. Es gab Klassiker der Marke "Return to Forevermore", "Sad Ocean" und "Slow is the Suffering" sowie neues Material, das mit den alten Songs auf jeden Fall mithalten kann und einen neugierig auf ein hoffentlich bald erscheinendes neues Machwerk der Band macht.

Was dann folgte war für mich die Enttäuschung des Abends, auch wenn man der Band eigentlich keinen Vorwurf machne konnte. SOLITUDE AETURNUNS hatten halt Pech. Und das bedeutete, die Doom Fans hatten halt Pech. Sänger Rob Lowe wurde aufgrund irgendwelcher privater Probleme in den USA von den Behörden aufgehalten und konnte erst am Samstag ausreisen, war dementsprechend bei den Gigs in Südeuropa und auf dem KIT anwesend und die Band muss da laut Aussagen einiger Zeugen großartig gewesen sein. Naja auf dem DSR musste man sich halt mit Ersatz behelfen. Neues Material wie "Lament" oder "Slightles"s wurde von John Perez selber gesungen, aber man muss eingestehen, er ist halt kein guter Sänger sondern ein guter Gitarrist. Ansonsten hatte man kurzfirstig Timmy Holz von Doomshine und Enrico La Bestia von Dantesco verpflichtet einige Songs zu besten zu geben. La Bestia, der unter anderem !Days of Prayer", "Haunting the Obscure" und zusammen mit Gerrit Mutz "Falling" zum Besten gab machte da noch die glücklichste Figur. Timmy hingenen verpasste gelegentlich seinen Einsatz, sang sich aber doch ganz ordentlich durch "The 9th Day", "Seeds of the Desolate" und mit Hilfe von Gerrit auch "Plague of Procreation" und "Destiny Falls To Ruin". John Perez nutze die Pausen zwischen den Songs zu ausführlichen Ansagen in denen er sich bedankte für das Verständniss der Fans und so weiter. Als abschleißende Zugabe zockte die Band mit La Bestia und Gerrit an den Mics noch ne endgeile Coverversion von "Secret Of Steel" von Manowar. Der Gig war passabel, mehr leider nicht, das Publikum scheint trotzdem seinen Spass gehabt zu haben aber irgendwie war das nicht so wie es sein sollte! Schade!

Es war schon spät und einige Doomer hatten schon den Heimweg angetreten als die letzte Band des Abends auf die Bühne torkelte. VERSUS THE STILLBORN-MINDED waren gekommen um Langsamkeit zu zelebrieren, Schmutz zur Kunstform zu erheben und den verbliebenen Doomern ordentlichsten SludgeDronewasauchimmerDoom um die Ohren zu knallen. Insgesamt gab es glaube ich vier Songs, wobei diese allerdings sehr ineinander verschwommen dargeboten wurden und ich einzig und allein "No Land's Man" erkennen konnte. Ich war ja auch nicht mehr ganz nüchtern. Das mit Dröhnorgien und Wabersounds durchsetzte Material gefiel mit gut. VTSM waren einfach geil, der Sound drückte ordentlich in den Magen, ich wand meinen Körper ob der akkustischen Signale, die mein Ohr erreichten. Herrlich. Ein passender Abschluß für den ersten Doom Tag, auch wenn ich durchaus auf die Präsentation der nakcten Ärsche der Herrschaften hätte verzichten können, sowie den Anblick des Geschlechtsteils eines übermütigen Fans!

Nach nem gemütlichen Frühstück ein einem lokalen Lokal mit viel Fleisch, nem Bier und nem Obstler wurde es auch fix Zeit Richtung Chapel aufzubrechen. Immerhin sollte eine Band den Tag eröffnen, die mir sehr am Herzen liegt. DOOMRAISER. Der Name is Programm. Das Quintett aus Italien begeisterte mich schon mit dem aktuellen Demo und ich hab einige der Jungs auch früher schon getroffen. Und so war ich gespannt, was meine trinkfreudigen Doombrüder aus Italien abliefern würden. Ich wurde nicht enttäuscht. Eher überrascht von einem tighten und spielfreugigen Set von 3 oder 4 geilen Doom Songs. So genau is das schwer zu sagen. Ich meine Teile von "Lords Of Mercy" gehört zu haben aber vor allem gab es "The Age Of Christ" vom ersten Demo, die Bandhymne "Doomraiser" und einen neuen Track namens "Doomalcoholocaust"! Und wer die Jungs kennt, weiß, dass die gerne mal einen heben. Die Band agierte auf der Bühne ausgelassen. Posing war an der Tagesordnung und der Sound, eine Mischung, aus traditionellem Doom, etwas Sludge und, vor allem ob der Reibeisenstimme des Sängers, Southern Rock, lockte die Leute scharenweise in die Chapel, die schon so früh doch recht voll war! Und die Leute waren begeistert. Ich habe nach dem Gig von vielen Leuten gehört, dass Doomraiser eins der Highlights auf dem DSR für sie war! Und das durchaus zurecht! Sogar Sprechchöre gab es!

Was dann folgte, war beeindruckend. Ich war schon entsetzt als ich den Bühnenaufbau sah. Ein Stuhl, vor den ein Haufen an Effektpedalen positioniert war, ein Amp, der im 90° Winkel zur Bühnenkante stand und direkt auf den Stuhl ausgerichtet war und ein Schlagzeug, dass vor Cymbals nur zu blitzte! BEEHOOVER waren gekommen um den Leuten zu beweisen, das, was minimalistisch wirkt (eine Zwei-Mann-Band) keinesfalls minimalistisch sein muss. Drummer Claus-Peter nahm hinterm Kit Platz und Basser Ingmar setzte sich auf den Stuhl. Und dann ging es ab! Los ging es mit experimentellem Rock mittleren Tempos, die Band streut immer wieder eine Unmenge an Einflüssen ein, mal wird es noisiger, mal ultradoomig, dann erkennt man 70s Prog, hier und da etwas Stonergewaber und pschedelische Momente. Dabei sorgte Ingmar vor allem mit seinem sehr interessanten Bassspiel, das einen die Gitarre nie vermissen ließ, für einige offene Münder. Der Junge hat an dem Instrument echt gezaubert. Auch sein Gesang war eine Macht, leicht dreckig, sehr melodiös und immer auf den Punkt, während im Hintergrund Claus Peter ein ums andere mal geschickte Breaks, vertrackte oder auch einfach Rythmen zockte und gelegentlich ein wenig ins Micro brüllte um Ingamr zu unterstützen. Ich erkannte auch wieder einzig den Song "The Hospice Inn", über den ich mich auch besonders gefreut habe, aber auch der Rest gefiel mir ausserordentlich. Ich bin schon sehr gespannt aufs neue Album!

Auf HEAVY LORD war ich gespannt, hatte ich doch vorher nur Gutes von dem jungen Quartett aus den Niederlanden gehört. Und die Jungs legten sich mächtig ins Zeug, hüpften auf der Bühne rum, wenn es mal etwas schneller oder ordentlich groovig zuging und verzogen die Grimassen bei den richtig fiesen Doom Passagen. Ihre Mischung aus mehr traditionellem und sludgigen Doom erinnerte wahrscheinlich nicht nur mich an Electric Wiazrd oder gewisse Cathedral Scheibchen. Basser Steven bestritt einnen Großteil der Vocals, schrie und brüllte meist wie ein Irrer um gegen den brachialen Sound anzukommen, zog die herlichsten Fratzen und wirkte gelegentlich reichlich weggetreten. Ob der wohl Ozzy irgendwie Konkurrenz machen will? Man weiß es nicht! Aber auch die beiden Gitarristen wussten sich in Pose zu werfen! Ich sah mich durch den Sound auf jeden Fall zum mitbangen animiert, wie viele andere auch und muss sagen, dass die Jungs mit Songs wie "Baphomets March" und "Maelstrom" ordentliche Kracher haben. Zum Abschluß gab es noch ne Sabbath Nummer, aber ich hab vergessen welche!

GLOW hatten danach einen schweren Stand. Die Chapel wurde nach dem Heavy Lord Gig schnell leerer und füllte sich auch beim Gig der Spanier nicht mehr sonderlich, was eigentlich recht schade war, denn die Musik des Fünfers war mehr als ordentlich. Glow bedeinen mehr so die rockige Schiene des Doom, viel Sabbath und Pentagram, etwas 70s Rock und ein Prise Stoner vielleicht und ein wirklich guter Sänger, so könnte man den Sound der Band in etwa beschreiben. Mit "Stone Circles", "Rush", "Season" und "Godfish" spielte man 4 Songs vom aktuellen Album, "Feel you" war vom Vorgänger und mit "Dead Angels" gab es auch ein anscheinend neues, langsames, stark an Vitus erinnerndes Stück. Auf der Bühne war leider nicht sehr viel mehr los als in der Halle, einzig die beiden Gitarriste bewegten sich und Gitarrist Charly konnte mit einigen gefühlvollen Soli Akzente setzen.

BUNKUR waren als ein extremes Klangerlebniss angekündigt und sie lockten viele Leute nach vorne. Nach dem Gig hab ich etliche "Beste Band des Festivals" und "Unglaublich" gehört. Aber es gab auch Leute, die einfach rasugegangen sind. Leute wie ich! Bunkur sind das, was dem Doom von intolleranten Metallern eh immer vorgeworfen wird. Langsam! Laut! Langweilig! Zwei rumschreiende Basser und ein Schlagzeuger, der fast nix macht, Langsamkeit und Extreme um deren selbst Willen. Das konnte mich beim besten Willen nicht begeistern. Und auch das Burzum Cover "Erblicket Die Töchter Des Firmaments", mit Gitarre und Gastsänger konnten mich nicht umstimmen. In der Zeit hab ich lieber was anderes gemacht. Sorry!

JACK FROST konnten mich noch nie begeistern. Zu wenig Doom für meinen Geschmack, aber das Doom Shall Rise ist ja auch gerne mal Heimat für grenzwärtigere Bands. Also suchte ich mir am Rand nen Sitzplatz und verbrachte einen Teil der Zeit mit angenehmen Unterhaltungen und Relaxen. Ich werd auch alt. Währendessen spulte die Band aus Österreich einen routinierten Gig runter, der viele Leute vor die Bühne zog, die den gothisch Sound Band ganz ordentlich abfeierten und sogar die verlangte Zugabe bekamen.

AGAINST NATURE hatten es nicht gerade leicht beim Publikum. Zum einen besteht die Band aus dem Revelation Line-Up des Debüts "Salvations Answer", weswegen des öfteren einige Leute lautstark nach Revelation verlangten. Zum anderen ist die Musik von Against Nature kein Easy-Listening Doom im herkömmlichen Sinne und definitiv nicht extrem. Against Nature starteten mit einem instrumentalen Medley alter Revelation Tracks um dann mit "Pain By Numbers" vom zu dem Zeitpunkt aktuellen Album "Panalopy". Wer die Musik von Against Nature zuvor nicht kannte hatte bestimmt Schwierigkeiten mit dem relaxten, progressiven Doom der Jungs. Und an John Brenners Stimme haben sich ja eh schon immer die Geister geschieden. Der wirkte auch auf der Bühne recht schüchtern, schmunzelte nur gelegentlich vor sich hin und konzentrierte sich sonst ganz auf seine Leads und Riffs! Basser Bert Hall, interssant im Schwarzen Anzug und Hut gekleidet konnte man das grinsen aber kaum aus dem Gesicht wischen, während Steve Branagan im Hintergrund die Drums bearbeitete. Fürs Auge war also mehr die gute Lichtshow zuständig. Man konzentrierte sich vornehmlich auf Songs der beiden CDs "Appease" und "Panolopy". Das lief zumindest mir und einigen anderen sehr gut rein. Als man dann das reguläreren Set mit "Blessed Realm", einem Revelation Track, der auf dem Dark Passages Sampler vertreten war beendete, ging das Publikum nochmal richtig mit und ich hatte arge Bedenken ob des Geistestzustands meines Kumpels Michi aus der Schweiz, den die Begeisterung fast von den Füßen riss! Eine Zugabe durften die Jungs auch noch spielen!

Mit VENI DOMINE hatten die Veranstalter eine weitere grenzwertige Band geholt. Eher düsterer Power Metal als Doom, aber auch die Jungs fanden hier ihr leider eher spärliches Publikum, konnten leider nich so abräumen wie Dantesco, obwohl man eigentlich eine ähnliche Klientel bediente. Aber man gab sich Mühe, der Sound war gut und man wusste eine Menge düster-epischer Melodien vorzutragen. Sänger Frederick sang dazu mit seiner Kopfstimme und ließ auch die nötige Theatralik nicht missen. Schade irgendwie, das nicht mehr Leute da waren.

Und nochmal Grenzwertiges! Und das als Headliner. DEBRIS INC. Ist die Band von Ron Holzner und Dave Chandler. Beide Männer sind in der Szene Legenden. Holzner als ehemaliger Basser von Trouble und Chandler als Mastermind der göttlichen Saint Vitus. Allerdings klingen Debris Inc. überhaupt nicht nach Trouble und nur bedingt nach Saint Vitus. Das liegt an zweierlei Dingen. Dave Chandlers keifiger Gesang ist nicht zu vergleichen mit Scott Reagers, Wino oder Christer Lindersson und der Punkanteil, der auch bei Saint Vitus gegeben war, ist deutlich höher. Nicht umsonst nennen die Jungs, die sich mit Ex-Sourvein-Prügler Henry Vasquez an den Drums unterstützt haben, ihren Stil Happy Violent Drunken Stoner Doom Punk. Natürlich hofften die Anwesenden auf eine Unmenge von Saint Vitus Klassikern aber Debris Inc. machten schnell klar, das sie nicht gekommen waren, um den Leuten Wünsche zu erfüllen. Und leider hatte sich die Chapel eh nicht mehr ordentlich gefüllt. Schade is sowas. Los ging es mit einem mir unbekannten aber sehr langsamen Song, im Mittelteil mit schnellerem Part versehen, in bester Vitus Tradition, dann folgten Songs vom aktuelen Album der Band wie das doomrockende "Life and Times Of Claude And Elmo", "Sick Thud", die punkigeren "Full Of Shit" und "Fucking Mess" und das düstere Doom Monster "Pain". Die Songs und die Publikumsreaktionen zeigten deutlich, dass die Trümmer AG trotz Punk immer noch ordentlich "Doom" sind und sie das Publikum zu begeistern wissen. Zwischendurch hatte Dave immer wieder Probleme mit seinen essentiellen Fußpedalen. Ansonsten war die Band inzwischen tighter eingespielt als bei ihren Festival Auftritten vor ein paar Jahren. Da haben sich die letzten Touren durch Europa und die USA bezahlt gemacht. Vor allem Henry Vasquez sorgte für einige offene Münder. Weniger ob seiner brillianten Technick, nein, der Mann drischt auf das Kit ein wie ein Irrer. Der Mann ist ein Tier. Hinter dem Kit prügelt der Junge einfach nur drauflos. Ein Wunder dass er an dem Abend nicht zerstört hat. Denn das kommt wohl häufiger vor. Haha. Das ultrafixe "Shut Up" wurde dann als Filmusik zu einem Horrorstreifen, der demnächst erscheinen soll, vorgestellt. Mit "Old Man and His Bong" wurde es dann nochmal doomig, während "Feel Like Shit" und "Ballad Of Debris" wieder die Punkkeule rausholten. Doch dann fragt Ron das Publikum, ob es Lust hätte auf wirklich langsamen und dreckigen Doom. Die Fans wusste, was das heißt und reagierten entsprechend euphorisch als die Band zu "Dying Inside" ansetzte. Endlich ging vor der Bühne richtig die Post ab. Gebange, Gemoshe. Herrlich. Nach eingen techinischen Unstimmigkeiten ging es dann weiter mit "Living Backwards", das deutlich den Brückenschlag zwischen Vitus und Debris wieß und "I Bleed Black". Dave ging an der Gitarren endgültig steil. Seine verrückten Soli wurden von den Doom Freaks regelrecht inhaliert Ja und dann war es Zeit für die Hymne schlechthin. Born Too Late!! Der Song, der den Doom bestens beschreibt, ließ nocheinmal alle glücklich doomen und dann sollte Schluß sein. Doch die Chapel verlangte nach mehr. Sie wollte Zugaben. Und sie sollte sie bekommen. Wer nun auf noch mehr Vitus gehofft hatte wurde enttäuscht. Mit "You`re The Reason I'm Medicated" gab es nochmal ordentlichen Punk und dann wurde ein Gastmusiker auf die Bühne geholt. Der schwang sich Mr. Chandler's Gitarre um, während der sich auf den Boxen direkt vor der Bühne positionierte und man schredderte sich noch durch das Fear Cover "I Love Living In The City", bei dem Dave fast von den Fans vorne in die Menge gezogen worden wäre.

So endete ein weiteres Doom Shall Rise. Es war mal wieder ein herrliches Wochenende mit vielen alten und neuen Bekannten, guten Freunden und guten Bands. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr wie ein Kleinkind und bin extremst gespannt, was sich die Crew um Jochen Fopp und Frank Hellweg einfallen lässt um das fünfte Doom Shall Rise standesgemäß zu feiern! In diesem Sinne: DOOM HAS RISEN AND IT WILL RISE AGAIN!!!!



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