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Church of Misery, Dust
28.04.2009, Osnabrück, Bastard Club

Von Thorsten Frahling

Ach ja der Bastard Club. Wie immer finde dort die guten Konzis auf der Bar Bühne statt. Dieses Mal dabei: Dust, die alten Sludge Doomer aus Bielefeld und Japans World Heavy Weight Champions Church of Misery (im übertragenen Sinne natürlich denn selbst der aus Australien stammende Gitarrist Tom Sutton ist ein Hungerhaken). Die Japaner waren nach ihrem Auftritt beim Roadburn auf ausgedehnter Europatour ohne feste Vorband, weswegen Dust im Bastard Club aufspielen durften. Und meine Fresse, was hab ich mich erschrocken. Und musste dreist nach dem ersten Song doch mal nachfragen seit wann die Herren denn nun Death Metal spielen. Jaja, beim letzten Mal als ich die Jungs, die heute in verdammt guter Spiellaune waren, gesehen hatte, da war noch alles sehr gemächlich. Aber heute wurde derbe nach vorne gerockt und der Opener Black Head hatte schwere Death'N'Roll Schlagseite. Und auch danach ging es überraschend straight nach vorne. Bei Psychoactive Breakdown war dann zwar irgendwann endlich doomig aber schon das darauf folgende Instant Demon war dann Bastard Club Chef Schnalli schon wohl wieder zu rockig, so dass er sich zum Eingreifen gezwungen sah und lautstark die Darbietung von Doom verlangte. Danke, Schnalli. Den gab es dann bei der Bandhymne Dust auch endlich. Insgesamt lieferten die Kappenträger (ausser Olli natürlich) einen überraschend straighten wegrockenden Gig ab, der der Band aber durchaus gut zu Gesicht stand.


Scheiße, Church of Misery sind einfach nur geil. Anders kann man es nicht sagen. Geil und gefährlich, was vor allem an Sänger Hideki liegt. Der Typ, der abseits der Bühne eher typisch asiatisch, höflich und ruhig ist, explodiert auf der Bühne wie ein Vulkan und fegt auch schon mal wie ein Wirbelwind durch die Zuschauer. Dann kommt dann noch dieser Gesichtsausdruck hinzu, der ihn wie einen total verrückten Samuraikrieger aussehen lässt. Dazu brüllt und singt der Mann sich die Seele aus dem Leib. Herrlich. Und als musiklaischen Grundstein hämmern die anderen drei Jungs derbst-doomige Rocker mit 70er Einschlag raus, wie sonst keine Band auf diesem Planeten. Da gab es neben Stücken vom neuen Album wie El Padrino und Born To Raise Hell (das es aber auch schon zu Vinyl-Ehren gebracht hat) noch Klassiker wie Soul Discharge, den Red Ripper Blues und das mächtige I Motherfucker vom Second Coming Scheiblettchen und das mächtige Killifornia. Oder aber Bosten Strangler von der EP und wenn ich das richtig habe gab es sogar das verdammt alte Where Evil Dwells. Fett. Das ganze wurde von Hideki immer wieder mit seinem alten Korg Synthie veredelt, den er wohl ins Handgepäck geschmuggelt hatte. Das Gefiepe und Geblubbere gab dem Sound der Japaner eine zusätzlich psychedelische Note. Basser und Bandchef Tatsu haute zwischendurch auch seinen Ampeg durch, der aber nach dem Gig interessanterweise wieder lief. Tja, wo die Church of Misery durchhobelt, da fallen halt auch Späne. Nach Killifornia sollte eigentlich Schluß sein, aber die begeisterte Menge verlangte nach mehr. Und auch diesmal gab es zum Abschluß wieder ein Cover. Mit War Is Our Destiny von Saint Vitus war man bei mir ja eh an der richtigen Adresse. Da konnte ich dann ein letztes Mal kaum an mir halten und dann war Ende Gelände. Schade eigentlich. Church of Misery ist so eine Band, die könnten jeden Tag bei mir im Garten spielen. Hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen.



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