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Hawnay Troof, The Feeling Of Love, Tonfang
21.10.2008, Hafenklang, Hamburg

Von Haiko Nahm

Dientag Abend in Hamburg. Das Hafenklang bittet zum Tanz. Wer kommt? Nicht viele. Eigentlich schade, denn dieser Abend sollte was zu bieten haben. Leicht durchgeknallter Elektro aus der Heimat, der verrückte Knallvogel Hawnay Troof aus den Staaten - und dann noch drei Franzosen, die mal vom Soundmensch in New York gesehen wurden und die er unbedingt nach Hamburg holen wollte. Zu Recht. Und die machen krachig noisigen Blues/Dance Rock. Ein musikalisches Gemisch also, das heute nicht mehr viele Clubs, zumindest in Deutschland, auf die Bühne packen. Wenn man mal sieht wie viele Leute hier waren (las es mal zehn zahlende gewesen sein) ist der Grund dafür schnell ausgemacht. Man mag es hier wohl halt überwiegend gerne eindimensional und bequem. Deutschland, das Land der Langeweiler. Aber genug provoziert.



Tonfang aus Hamburg sind zwei Typen. Der eine entlockt seiner Laptopkiste coolen bis schrägen Elektro-Sound, der sich irgendwo zwischen angesagtem Elektrohouse und scheppernder Weirdness schlängelt, und spielt dazu Gitarre. Kommt gut, macht Spass, und könnte in einem vollen Laden sicher für gute Dancefloor Action sorgen. Hier eher so Sitzkonzert. Sei Kompagnon sitz derweilen Sportzigarette rauchend neben der Bühne, um dann ab und an mal zweite Gitarre zu spielen, oder genial trashig zum Sound zu Rappen, und zum Ende den Beat mit einer Blechdose zu begleiten. Macht Spass, was die zwei so treiben, und sollte man im Auge behalten.

Hach, dieser kleine, positiv Bekloppte. Vic Cooler, dieses quietschfidele Kerlchen braucht nicht viel. Laptop auf dem Ölfass, ein Mikro - fertig ist die Ein-Mann-Show. Die Leute wollen sich nicht so richtig ran trauen - macht nix, Vic kommt zu euch. Ölfass nach vorne gezogen und ab geht die Post. Song gestartet, und plötzlich ist der Typ überall. Springt, rollt sich über den Boden, schmeißt das Mikro durch die Gegend, peitscht die Leute an als würde er vor 500 Nasen spielen. Die Knaller von seiner neuen Platte tun ihr übriges, und wer da ist bleibt nicht lange still stehen. Bleibt ja auch keine andere Wahl, den Vic bekommt jeden rum. Da wird zwischen den Liedern mal der nervige Messanger ausgeschaltet, von der Tour erzählt, über den alten, konservativen Dad hergezogen, und auch mal der Anzug gewechselt. Und dass es nicht so viele Leute waren kann den guten ebenso wenig erschüttern - beim letzten Mal waren ja nur drei Leute da.

Und dann noch diese Franzosen. The Feeling Of Love. Antreibender Drummer, bluesiger Gitarrist mit krachigem Zerrsound, eine noisige Orgel und Songs die sich ins Hirn fressen. Dazu arschcooler Gesang. Völlig anders als das Vorprogramm, aber völlig geil. Irgendwo zwischen Noiserock und Bluegrass und teils ganz schön tanzbar. Checkt es ab. Es lohnt sich. Die Leute sind jedenfalls geblieben, trotz der späten Stunde. Hoffentlich kommen sie bald mal wieder.



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