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These Arms Are Snakes, Russian Circles
18.10.2008, Elfer Music Club, Frankfurt

Von Simon Birgel

Es ist ein lauschiges Plätzchen, dieses Elfer zu Frankfurt. Ein kleiner, siffiger Charakterkeller unter einer Kneipe, bei dem die Bands mehr im Publikum stehen, denn auf einer Bühne.
Als die Nebelschwaden schon die Treppe zur Kneipe hochziehen und das Publikum lange genug ausgeräuchert und auf die Folter gespannt wurde, bahnen sich zwei hagere Gestalten und ein erdiger Typ ihren Weg durch den randvollen Club.
Gitarre-Schlagzeug-Bass. So lautet die puristisch-klassische Aufstellung für den metallisch versetzten Post-Rock von Russian Circles. Der Einstieg ist mit Harper Lewis klasse gewählt, das Highlight ihres zuletzt erschienenen Langspielers Station. Wucht trifft Prägnanz. Dabei fällt vor allem immer wieder das exzellente Drumming (die Beckenarbeit!) von Dave Turncrantz auf. Der Mann ist einfach der schiere Wahnsinn, mit wie viel Elan und Rafinesse er vom drückenden bis synkopierenden Spiel alles auffährt, was ein guter Drummer einer ambitionierten Experimentalband können muss. Und wenn wir ehrlich sind, ist es auch eben dieses Element, das die Musik von Russian Circles trägt und interessant macht. Sicher, da sind auch noch die wunderschönen Tappingpassagen und knackigen Riffs, aber das aufsehenerregende ist der Drummer. Leider kommen denn auch einige Gitarrenspuren vom Band, was ja durchaus zu erwarten war, aber oft wird die Rhythmusgitarre weitergeschreddert, während man schon das Tapping-gefrickel hätte live hören wollen. Auch die Songauswahl kann nicht komplett überzeugen, die Wahl fällt auf viele - auch weniger aufreibende - Songs vom Zweitwerk, während Schätze wie Micah vom Langspieldebut Enter leider draußen bleiben müssen.
Nach einer etwas längeren Pause, Bassist und Botchveteran Brian Cook muss sich ja wenigstens etwas erholen, zumal er inzwischen bei beiden Bands involviert ist, zum exaltierten Teil des Abends:
Denn These Arms Are Snakes sind eigentlich für die großen Bretter dieser Welt gemacht, so schillernd inszeniert sich die Band. Das liegt vor allem am Auftreten von Sänger Steve Snare, der sich windet, taumelt, fällt, wieder aufsteht, tuckig am Tresen langwandert und sich die, ähem, Genitalien reibt. Rotzender Rockstar galore, wäre da nicht die Musik, schräg arrangierter Post-Hardcore, der einiges an Überraschungen bietet, aber aufgrund der beabsichtigen Zerfahrenheit sich wohl eher weniger für einen Großraumgig eignet.
Trotz großer Bewegung und chaotischem Stage-actings spielt die Band ihre Kompositionen in Hochform, präzise und doch wild, trotz rohem Sound sitzt alles perfekt. Dabei bleibt trotzdem Platz für viele Überraschungen und Soundspielerein, Snare darf sich ordentlich an seinem KAOSS Pad Effektgerät austoben und seine Vox zerschreddern bis nur noch ein Haufen klirrendes Elend übrig bleibt.
Die Setlist ist sehr ausgewogen und bietet ausgesucht Gehobenes von beiden Studioalben an, darunter Songs, die eigentlich Hits werden sollten, wie Horse Girl, Red Line Season, Woolen Hairs und das über allem stehende Subtle Body. Lange nicht mehr so eine energetische Liveshow gesehen, und da kann man sich schon gut vorstellen, wie These Arms Are Snakes es zuletzt den Deftones sicher schwer gemacht haben als Support-Act.



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