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Razorblade - Festival III
22.09.2007, RAZ4U, Datteln

Von Thomas Droste



Manchmal läuft es nicht wirklich rund!!! Nachdem nämlich vier Tage vor dem RAZORBLADE die Kölner Powermetaller von WOLFEN krankheitsbedingt absagen mussten, kam wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung aus Duisburg die Hiobsbotschaft, dass SYNASTHASIA ihren Gig ebenfalls canceln müssen.

Glücklicherweise sprangen kurzfristig REFLECTION aus Dortmund ein, so dass es immerhin noch sieben Bands waren, die zum dritten RAZorblade - Festival einluden. Trotzdem ging es aber etwas später los als eigentlich geplant, so dass man sich bei einem kühlen Bierchen, noch etwas die Sonne auf den Pelz scheinen lassen konnte.

Das machten dann einige Besucher so intensiv, dass beim Opener TREASURY der Platz vor der Bühne doch ziemlich leer war. Schade eigentlich, denn für den Metal des Quartetts hätte man sich ruhig mal von der Bierbank bequemen dürfen. Songs wie "Steel" oder das an Black Sabbath zu Toni Martin - Zeiten erinnernde "After The Storm" sind nämlich aus gehaltvollem 80er Jahre - Stahl geschmiedet. Genau das richtige Material also um eine Metalparty in die Gänge zu bringen. Daumen hoch also für einen durchweg rockenden und sympathischen Auftritt von TREASURY - schade nur, dass die linke PA Seite ein paar Probleme bereitete.

Nach einer Glanzleitung des Technikers, waren die technischen Probleme bei PUNCH`N`JUDY dann aber zum Glück behoben. Es ist schon erstaunlich wie es die "Crossover Folk Rocker" immer wieder hinbekommen, völlig unterschiedliche Fans zu begeistern. Auch dieses Mal schaffte es die Band um Ute Bogowski am Akkordeon wieder, das eher auf Metal fixierte Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Stücke wie "The Eye Of The Snake", "Koboldkönig" oder "Pain Of Lies" wurden dankbar aufgenommen, sodass man dem Sechser zu einem absolut gelungen ersten Auftritt mit Neu - Gitarrist Peter gratulieren konnte.

Danach war es dann Zeit für eine geballte Ladung Old - School - Thrash. REFLECTION betraten die Bühne und traten von Beginn an mächtig Arsch. Neues Material wie "Sparks Of Life" wechselte sich mit älteren Stücken wie dem grandiosen Riffgewitter "The Overfiend" , "Made In Hell" oder dem auf coole Art und Weise an Metallicas "Battery" erinnernde "Badmosphere" ab. Obendrein gab es dann mit "Bloody Visions" noch `ne amtliche Zugabe.

Musikalisch ähnlich ausgerichtet ging es danach mit FINAL CRY weiter. Die Niedersachsen gingen von Beginn an keine Kompromisse ein und knallten den Anwesenden eine Power Thrash - Granate nach der Anderen vor den Latz."On Glacial Trails", "Riddle Of The Sands" oder "Wolves Among Sheep" sind absolute "Killer" und manifestieren sich in Nullkommeanix in der Nackenmuskulatur. Am Ende stand ein starker Gig einer Band mit jeder Menge Potential und ich geh mal davon aus, dass man von FINAL CRY demnächst noch hören wird. Stellt sich nur die Frage warum es einige Herrschaften immer noch vorzogen draußen über Thrashmetal zu philosophieren, anstatt sich Diesen in seiner reinsten und besten Form "live" zu geben.

THE CLAYMORE konnten dann endlich einen Großteil der Besucher vor der Bühne versammeln und dementsprechend die Stimmung auch noch mal steigern. Klar, als lokale Band hatte man eine ganze Reihe Fans am Start aber die Castroper spielten auch einen echten Hammergig. So gut wie hier hatte zumindest ich die Band noch nicht gesehen und Stücke wie "Soulseeker", "Sygn" oder "Dawn On The Road" ist Powermetal in Vollendung. Zudem zeigten sich THE CLAYMORE hervorragend eingespielt und mit Andy Grundmann hat man auch noch einen Spitzensänger an Bord, der bei einem Stück wie "Ancient Enemy" schon mal eine frappierende Ähnlichkeit zu Bruce Dickinson aufweist und sogar bei Prists "Electric Eye" keine Schwächen zeigt.

Über die Jahre haben RE-VISION "Ihr" Metallkorsett schon ziemlich gesprengt und nicht zuletzt durch den Gesang von Anke Willnat gibt sich die Waltroper Band musikalisch mittlerweile sehr offen. RE-VISION verbinden groovenden Passagen und Alternativeanklänge sowie leicht progressive Metalelemente absolut selbstverständlich zu einer eigenen Interpretation harter, moderner Musik. Das sich ein paar Metaller mit dem Sound der Band dann auch etwas schwer taten liegt in der Natur der Sache und so verabschiedete sich während des Gigs einige in Richtung Tresen. All diejenigen jedoch, die stilistisch etwas offener waren, wurden mit Rockmusik auf höchstem Niveau belohnt. Songs wie "Deconstructed", "For The Sake Of Love" oder "Awake My Soul" schürten jedenfalls die Vorfreude auf die kommende CD und es sollte doch schwer wundern, wenn RE-VISION damit nicht auf ganzer Linie punkten können.

NON DIVINE waren samt VJ - Guido angereist und hinterließen sowohl song- als auch showtechnische einen absolut professionellen Eindruck. Die Holländer stiegen mit "One Man ,One Soul" in einen überzeugenden Gig ein und sofort wurde klar, warum der Band daheim zu den Bands der Stunde zählt. Gleichermaßen modern wie traditionell inspiriert haben NON DIVINE definitiv das richtige Gespür für griffiges Songwriting. Dabei kommen Songs heraus, die sich bereits beim ersten Hören in die Hirnwindungen fräsen. "In Shame", "Sleep", "Breath" oder das bereits erwähnte "One Man, One Soul"sind jedenfalls absolut geile Statements für zeitgemäße, harte Musik die etwas an Bands wie Fear Factory, Metallica oder Altar Bridge erinnerten und die eigentlich auch in Deutschland richtig "fett" einschlagen sollte.

Fazit: Auch das dritte RAZORBLADE war wieder eine schöne Veranstaltung. Trotzdem war auch hier wieder erkennbar, dass der Szene der Unterbau durch eine größere Anzahl loyaler Fans fehlt. Anders sind die nicht wirklich zufriedenstellenden Besucherzahlen bei Veranstaltungen dieser Art nämlich nicht zu erklären. Jedenfalls ist es immer wieder unfassabar wie ignorant sich viele derjenigen, die sich in Internet Foren immer als Szenpäpste aufspielen verhalten, wenn es wirklich mal darum geht, wie in diesem Fall 6,- bzw 8,- lächerliche Euros auf den Tisch des Hauses zu legen, um sieben geile Bands zu unterstützen.
Aber: Die Hoffnung bleibt!!!



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